Margret Hoppe: Südwall

07. November – 19. Dezember 2020
Sonderöffnungszeiten am 07. November: 14 – 19 Uhr
in Anwesenheit von Margret Hoppe

Sonderöffnungszeiten: Am Do 10. Dezember von 18h bis 20h wird Margret Hoppe in der Galerie sein und durch die Ausstellung führen und den Katalog „Südwall“ vorstellen. Eintritt kostenlos und unter Beachtung der Covid19-Auflagen.
(Die für den Donnerstag 19. November geplante Präsentation von Margret Hoppes Katalog „Südwall“ in Koopertation mit Spector Books muss leider entfallen.)
Raue, felsige Küstenlandschaft mit ausgedörrten Gräsern, steinige Gemäuer und sich biegende Kiefern im Wind – es ist zunächst eine Stille, die von diesen Bildern ausgeht. Es scheint als würde man in einem komplett angehaltenen Augenblick verweilen und die Atmosphäre des Ortes in sich aufnehmen. Gegen die Gewohnheiten des schnellen Konsumierens zwingt uns die Fotografin Margret Hoppe zu einem Innehalten und genauerem Hinsehen, denn nur so erschließt sich uns die Geschichte.

„Südwall“ erzählt von einer deutsch-französischen Vergangenheit während des Zweiten Weltkrieges. Militärische Bunkeranlagen an der gesamten Mittelmeerküste dienten für die Deutschen als Verteidigungsanlage gegen die Alliierten. Um Marseille sind die Reste der Bunker immer noch vorhanden und fügen sich fast beiläufig in das Landschaftsbild ein. Dabei geht es Margret Hoppe weniger um das Objekt an sich, als um die Integration dessen in seine Umgebung. Darüber hinaus untersucht die Künstlerin die Bedeutung Marseilles als Exilstadt, die für viele Intellektuelle und Künstler*innen als Zufluchtsort mit Hoffnung auf Freiheit diente.
Margret Hoppe beschäftigt sich in ihren Arbeiten vordergründig mit Landschaften, Architekturen und Räumen, die jeweils einzigartige Geschichten erzählen. Durch einen präzisen und zugleich sensiblen Blick schafft sie es, das Eigenständige zu betonen ohne sich der Szenerie zu bemächtigen. 
Mit „Südwall“ dokumentiert Margret Hoppe nicht nur das Verschwundene, sondern gleichzeitig das Jetzt.

 
Margret Hoppe (*1981 in Greiz, Thüringen) lebt und arbeitet in Leipzig. Von 2000-2009 studierte sie bei Prof. Timm Rautert und Prof. Christopher Muller an der Hochschule für Grafik und Buchkunst (HGB) Leipzig. Margret Hoppe ist in zahlreichen privaten und öffentlichen Sammlungen im In- und Ausland vertreten, wie etwa in der Staatsgalerie Stuttgart, der Fotografischen Sammlung des Museums Folkwang Essen, dem Fotomuseum Winterthur, dem Wende Museums Los Angeles und dem Museum der Bildenden Künste (MdbK) Leipzig. 
Das Projekt „Südwall“ entstand 2020 mit der Unterstützung des Goethe Institut Marseille, Le Garage Photographie Marseille und der Collection Regard. Im selben Jahr ist sie Teil der „Resonance. Artists on Niemeyer“- Ausstellung in der Techne Sphere, Halle 9 Leipzig. 2018 stellte Margret Hoppe in der Ausstellung „Visionen der Moderne heute“ im Museum für Photographie Braunschweig aus. In den letzten Jahren wurden ihre Arbeiten im Kunsthaus Dresden, dem Künstlerhaus Bethanien Berlin und den Deichtorhallen Hamburg gezeigt.